Positive Bilanz bei EUREGIO-Mitgliederversammlung: Dreiländerregion Bayern–Tschechien-Österreich wächst weiter zusammen

Bei der EUREGIO-Mitgliederversammlung 2025 in Zwiesel konnte die erfreuliche Tatsache betont werden, dass sich die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Bayern, Tschechien und Österreich weiterhin ausgesprochen positiv entwickelt. Besonders erfolgreich zeigt sich dabei die Förderung von EU-Kleinprojekten, mit denen insbesondere Gemeinden, Vereine und gemeinwohlorientierte Organisationen Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten über die Grenze hinweg realisieren können.

Geschäftsführer Kaspar Sammer betont die zentrale Rolle der EU-Programme für grenzüberschreitende Zusammenarbeit: „Die Interreg-Programme sind ein wichtiger Motor für die Entwicklung unserer Grenzregion. Sie ermöglichen zahlreiche Projekte, die ohne diese europäische Förderung nicht realisierbar wären“. Gleichzeitig sei der Erfolg der Programme auch Ausdruck des starken Engagements der Menschen und Institutionen in der Region.

Starke Nachfrage nach Kleinprojekten

Wie gut die Förderangebote angenommen werden, hat selbst die Verantwortlichen überrascht. Für grenzüberschreitende Initiativen und Begegnungen stehen derzeit rund 6,5 Millionen Euro zur Verfügung. Bereits innerhalb von zweieinhalb Jahren konnten 217 Projekte unterstützt werden, ein Großteil der Fördermittel wurde bereits ausbezahlt.

Die Projektzahlen seien „steil nach oben geschnellt“, berichtete Sammer. Ein wichtiger Grund dafür sei die vereinfachte Antragstellung und Berichtslegung. Der Zugang zu den Fördermitteln sei deutlich niederschwelliger und weniger bürokratisch als früher gestaltet worden – ein Vorteil, von dem viele Projektträger sehr profitieren.

Fortschritte beim grenzüberschreitenden Verkehr und Tourismus

Auch in den Bereichen Mobilität und Tourismus konnten in den vergangenen Jahren gute Erfolge erzielt werden. Rund 400 Buslinien im EUREGIO-Gebiet sowie im angrenzenden tschechischen Raum wurden erfasst und sind inzwischen online abrufbar und teils vernetzt. Zudem hat auch die Zusammenarbeit grenznaher Tourismusorganisationen enorm Fahrt aufgenommen.

Appell für ein starkes Europa

Ehrengast der Versammlung war Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU). In seiner Rede sprach er sich klar für ein geeintes Europa und für starke Regionen aus. „Es gilt, Zusammenschlüsse wie die EUREGIO zu stärken und Europa von den Regionen her weiterzuentwickeln“, betonte Rainer.

Gleichzeitig plädierte er für mehr Mut beim Bürokratieabbau – auch innerhalb Deutschlands. In seinem eigenen Ressort setze er sich dafür ein, europäische Vorgaben nicht zusätzlich durch nationale Regelungen zu verschärfen.

Auch Ronny Raith, Landrat des Landkreises Regen, unterstrich die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. „Wenn es die Zusammenarbeit in der EUREGIO nicht gäbe, müsste man sie erfinden“, sagte Raith. Zur Kooperation über Grenzen hinweg gebe es in Europa keine Alternative.

Mit Blick auf die Infrastruktur sprach er sich zudem für weitere Verbesserungen aus, etwa für eine stärkere Bahnverbindung in Richtung Pilsen oder perspektivisch bis Prag.

Die zahlreichen Projekte und Initiativen zeigen: Europa lebt im Alltag seiner Regionen – und der bayerisch-tschechisch-österreichische Grenzraum ist dafür ein lebendiges Beispiel.

Dank an starke Partner

Die erfolgreiche Entwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit wäre ohne die Unterstützung zahlreicher Partner nicht möglich. Ein besonderer Dank gilt dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, dem Ministerium für regionale Entwicklung der Tschechischen Republik, den Regionen Pilsen und Südböhmen sowie der Regierung von Niederbayern in Landshut und der Regierung der Oberpfalz in Regensburg.

Gemeinsam tragen sie maßgeblich dazu bei, die Zusammenarbeit im bayerisch-tschechischen-österreichischen Grenzraum weiter zu stärken und die Region als lebendigen europäischen Raum weiterzuentwickeln.


Bei der EUREGIO-Mitgliederversammlung in Zwiesel: (von links) Regens Landrat Dr. Ronny Raith, EUREGIO-Vorsitzender und Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau Sebastian Gruber, Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, EUREGIO-Geschäftsführer Kaspar Sammer und Zwiesels Bürgermeister Karl-Heinz Eppinger. Foto: Melanie Bäumel-Schachtner